Automatische KI-Faltenerkennung & Steuerung von Bügelroboter in Sitzproduktion

Automatisierung und Nutzung von KI für Faltenerkennung & Roboterbügeln in Sitzproduktionn ist herausfordernd, wenn verschiedene Sitzmodelle mit Bezügen aus Textil, Vinyl oder Leder in einer Linie verarbeitet werden.

Die Methoden zur Faltenbeseitigung und die optimalen Steuerungsparameter für den Bügelroboter variieren je nach Material – und genau hier beginnen die Herausforderungen für Qualität und Effizienz.

Qualitätsleiter berichten von hohem Nachbearbeitungsanteil und steigenden Prozesskosten sowie Abhängigkeit von erfahrenen Arbeitskräften und fragen nach KI‑basierte Optimierung des Bügelprozesses. In vielen Anlagen wird zwar ein Roboter eingesetzt, doch dieser bügelt die gesamte Sitzfläche – unabhängig davon, ob Falten vorliegen. Das führt zu unnötigem Energieverbrauch, erhöhtem Materialverschleiß und Ineffizienz. Bei einer festen Taktzeit von 53 Sekunden bleibt zudem kein Raum für manuelle Korrekturen.

Die in dieser Lösung eingesetzten Technologien werden im Rahmen unseres Forschungsprojekts VISION zur KI-gestützten visuellen Qualitätsprüfung in der industriellen Produktion kontinuierlich weiterentwickelt.

KI‑basierte Optimierung des Bügelprozesses in der Serienproduktion

Das System SCIIL VISION (VisuSteam) kombiniert kamerabasierte KI‑Faltenerkennung mit direkter Anbindung an die Roboter‑ und Liniensteuerung. Es erkennt automatisch das Sitzmodell sowie das Material des Bezugs –  Leder, Vinyl, Textil – und wählt die passenden Prozessparameter.

Das Ergebnis ist ein selbstlernender Closed‑Loop‑Mechanismus, der Steuerungsparameter automatisch anpasst und so von Zyklus zu Zyklus besser wird.

Liniensteuerung liefert Daten zum Sitz: eindeutige Seriennummer, Model, Variante, Bezug

Kameras erfassen Bilder unter zwei Lichteinstellungen

KI erkennt und klassifiziert Falten nach Position, Richtung und Schweregrad

System weist Bügelzonen und Parameter zu (Priorität der Zone, Druck, Zyklen etc.)

Roboter bügelt gezielt nach zonenspezifischen Anweisungen

KI prüft das Ergebnis nach dem Bügeln erneut

Parameter werden bei Bedarf automatisch angepasst (selbstlernender Regelkreis)

Produktions‑ und Qualitätsleiter erhalten damit eine Lösung, die nicht nur automatisiert, sondern auch kontinuierlich optimiert – ideal für Linien mit hoher Taktbelastung und konstantem Qualitätsanspruch.

Implementierung und Rahmenbedingungen

Kunde produziert Sitze mit Bezügen aus Textil, Vinyl oder Leder in zahlreichen Modellvarianten mit unterschiedlichen Formen, Designs und Nahtverläufen. Die Linie arbeitet mit einer festen Taktzeit von 53 Sekunden, wobei für den eigentlichen Bügelvorgang lediglich 48 Sekunden effektiv zur Verfügung stehen.
Die zentrale Aufgabenstellung: Falten zuverlässig erkennen, optimale Bügelparameter je nach Material und Zone automatisch anwenden und den gesamten Ablauf durchKI-Faltenerkennung & Steuerung von Bügelroboter kontinuierlich und automatisch optimieren.

Verifizierungstest nach Projektabschluss:

Ergebnisse eines einstündigen Testlaufs mit 63 Sitzen:

  • ~99% der Falten sind korrekt erkannt
  • <6% Falscherkennungen (false positive)
  • Nur 0,28 – 1,58 % der Flächen wurden ohne Falten gebügelt

Neben diesen Kennzahlen profitiert das Werk durch weniger manuelle Eingriffe, reduzierte Nacharbeit und bessere Materialschonung – insbesondere bei empfindlichen Bezügen wie Leder.

Fazit

Das System entlastet Produktions‑ und Qualitätsteams, standardisiert Ergebnisse und macht Prozesse skalierbar. Für Linien mit hohem Durchsatz und klaren Taktvorgaben ist das ein echter Wettbewerbsvorteil.

  • Geringere Qualitätskosten (CoPQ)
  • Minimiertes „umsonst-Bügeln“
  • Lückenlose Rückverfolgbarkeit
  • Standardisierte und reproduzierbare Qualität
  • Einfacher Rollout auf weitere Produktionslinien


    Mit der SCIIL-Lösung konnten wir unsere Prüfabläufe vereinheitlichen, Prozessschritte digital abbilden und die Rückverfolgbarkeit lückenlos sicherstellen. Statt vieler Insellösungen haben wir jetzt ein gemeinsames System, das uns effizientere Abläufe, bessere Datenqualität und schnellere Reaktionen auf Abweichungen ermöglicht..“

    Joachim Maurer, 
    Tenneco Director Quality Powertrain

    Kundenreferenz von TENNECO zu MES, Traceability, CAQ und Betriebsdatenerfassung

    Wir wollten endlich EINE Lösung für ALLE Produktionsschritte. Die optimierten Prozesse in der Endkontrolle bringen etwa 15 Prozent Effizienzgewinn.“

    Ulrich Albicker, 
    Department Manager Quality Improvement

    Kundenreferenz von IWC zu Endkontrolle und Traceability in der Uhrenindustrie

    IWC setzt in der Endmontage auf SCIIL Q‑TRACE, um Uhren durchgängig per Seriennummer zu verfolgen, visuelle und funktionale Prüfungen zu dokumentieren und Nacharbeiten effizient zu steuern. Das Ergebnis: mehr Transparenz, messbare Qualitätsverbesserung und Effizienzgewinn in der Endkontrolle, sowie lückenlose Traceability.

    Leadec Management Central Europe

    Gerade in der Halbleiterindustrie, in der neben hohem Materialeinsatz sensibler Präzisionskomponenten auch enormer Zeitdruck besteht, sind Steuerung und Rückverfolgbarkeit logistischer Warenströme wichtiger denn je. Die gemeinsam von Leadec und SCIIL entwickelte Logistiklösung SCOTT schafft hier Abhilfe.

    „Die intelligente Tracking-Lösung ist webbasiert und stellt prozessübergreifende Transparenz über die Verwendung und den Verbleib einzelner Packstücke her.

    Gerd Brandl, 
    Key Account Manager Teachnical Solutions

    „Das SCIIL eLPA-System ist einfach zu bedienen und überzeugt durch seine Funktionalität. Für mich als Werksleiter ist besonders wichtig: Ich habe online jederzeit Zugriff und den vollen Überblick über unsere Audits – egal ob im Büro oder unterwegs.

    Jürgen Müller, 
    Werksleiter Adient Saarlouis

    Kundenreferenz aus dem Adient-Werk Saarlouis zur digitalen Auditierung

    Adient Saarlouis war das erste Werk des Konzerns, das SCIIL eLPA erfolgreich pilotierte. In der komplexen Sitzmontage mit zahlreichen Kundenanforderungen, täglichen LPAs und hohem OEM-Druck sorgt das Tool für klare Struktur, einfache Durchführung und maximale Transparenz – ein Muss, wenn Qualität täglich abgesichert werden muss. Heute gehört SCIIL eLPA zum Standard und läuft weltweit in allen Adient-Werken.

    „Hätten wir SCIIL eLPA nur früher eingeführt – heute läuft es mit Prozessaudits fast von selbst und kommt im Team richtig gut an.

    Daniel Zimmermann, 
    Global Commodity Buyer

    Kundenreferenz von MAHLE zu SCIIL eLPA Layered Process Audits

    Als globaler Automobilzulieferer mit über 100 Standorten und höchsten Qualitätsanforderungen braucht MAHLE ein System, das täglich durchgeführte LPAs effizient, transparent und weltweit einheitlich abbildet. Die manuelle Planung und Auswertung war fehleranfällig und zeitaufwändig – mit SCIIL eLPA wurde ein zentrales System eingeführt, das Planung automatisiert, Abweichungen sofort sichtbar macht und die Prozesse standortübergreifend strukturiert. Das steigert nicht nur die Audit-Qualität, sondern sorgt auch für die nötige Akzeptanz bei den Nutzern.

    „Mit SCIIL CAQ & TRACE haben wir weltweit einheitliche Standards geschaffen – und können deutlich schneller reagieren. Das bringt mehr Qualität, mehr Transparenz und passt perfekt zu unserem Nachhaltigkeitsansatz.

    Johann Trischbergerr, 
    COO Olymp Bezner

    Kundenreferenz von OLYMP zur MES-gestützten Produktionssteuerung in der Textilindustrie

    Mit SCIIL CAQ & TRACE steuert OLYMP komplexe Prüfprozesse in der Hemdenfertigung – von der Wareneingangskontrolle bis zur End-of-Line-Prüfung. Dabei kommen auch spezielle Prüfmethoden und individuell definierte Stichprobenlogiken zum Einsatz, die exakt an die Anforderungen der Textilproduktion angepasst wurden. Eine bidirektionale Integration mit dem ERP-System sorgt für durchgängige Datenflüsse. Die Erfassung erfolgt direkt an der Linie – mobil, bequem und intuitiv. Ein starkes Beispiel für erfolgreiche CAQ-Integration in der Modeindustrie.